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Klönschnack und dem Verstauen
des für zwei Personen vielen Gepäcks bei sehr heißem, jedoch für Segler auf
dem Wasser angenehmen Wetter, erst einmal bis zu unserem geliebten
Schleimünde. Am nächsten Tag geht es dann bis nach Rudköbing, um unsere
alten Freunde Wulfried und Maggi mit einem Schwesterschiff für einen
gemeinsamen Teil der Reise zu treffen. Es ist so heiß, dass wir in der
dänischen Südsee erst einmal ankern, den großen Regenschirm im Cockpit
aufspannen und schwimmen gehen. |
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Hanne
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Abends dann unser erstes gemeinsamen Essen am Hafenkiosk.
Die nächsten Tage bescheren uns nicht mehr ganz so warmes, jedoch schönes
Wetter und teils zu leichte Winde, so dass wir hin und wieder den Motor
etwas mitlaufen lassen. Da wir Urlaub und auch Zeit genug haben, hatten wir
unseren Frauen versprochen, auch Urlaub zu machen und nur kurze Etmale
zurückzulegen. Somit geht es zunächst mit Stationen in Kerteminde, Ballen,
Grenaa, Hals und Saeby nach Skagen. Dort sind wir mit meiner Schwester
Frauke und Schwager Helmut verabredet, die in der Nähe ihren Urlaub
verbringen. Besonders bei strahlendem Sonnenschein wie heute hat Skagen eine
fantastische Atmosphäre. Alle sind begeistert. Das Leben quirlt, auch wir
mischen mit und reihen uns in die fischessenden Gruppen vor den typischen
Häusern ein.
Am
nächsten Morgen laufen wir bei leichten nördlichen Winden aus nach Marstrand
in Schweden. Der Dunst lässt die Sonne zunächst nur gefiltert durch.
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Bei Marstrand
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Unser geliebtes (besonders
das meiner Frau) Marstrand empfängt uns so schön, dass
wir beschließen, auch den folgenden Tag noch dort zu verweilen. Die Sonne
strahlt und wir wandern um die für uns so abwechslungsreiche Schäreninsel
vorbei an der felsigen Badeanstalt über Klippen mit herrlichen Fernblicken
über die Schärenwelt bis wir zu den verträumten Seerosenteichen gelangen.
Danach erfreuen wir uns an den für uns ungewohnten alten und in den letzten
Jahren gut restaurierten Holzhäusern mit vielen Geschäften und Boutiquen.
Eine ganz besondere Atmosphäre ergeben die Straßencafés an der Kaimauer.
Wir müssen (oder wollen) weiter, das Wetter ist heute vergleichsweise
unwirtlich, und so geht es mit unserer etwas stärkeren Maschine gen Norden
teils durch die Schären durch den Kyrkesund, Mollönsund, und Viggholmssund
vorbei an Gullholmen und Lysekil bis Malmön, ein gut ausgebauter Yachthafen,
der jetzt Ende Juni noch erstaunlich leer ist. Inzwischen kommt auch die
Sonne wieder durch und der kleine alte Ort mit seinen farbigen Holzhäusern
strahlt zwischen Felsen in der Abendsonne.
Am nächsten Tag erreichen wir nach schöner Fahrt durch den Sotenkanal und
Hamburgsund bei strahlendem Sonnenschein Fjällbacka. Hier empfängt uns viel
Leben und ein Hafenfest. Wir sind begeistert von der Lage des Ortes und der
Atmosphäre.
Später zieht es uns weiter zunächst unter Maschine vorbei an Grebbestad und
durch den Havstenssund zu den Koster-Inseln. Diese schöne Inselgruppe ist
leider übersät mit vielen kleinen Schären und Unterwasser-Untiefen und
erfordert somit eine aufmerksame Navigation. Von Osten kommen nehmen wir den
leichteren Weg und machen im Kostersundet fest. Sogleich starten wir einen
sonnigen Spaziergang über Nord-Koster vorbei an teils einfachen Häusern und
Sommerhäusern und gewaltigem Rundumblick vom hohen Aussichtspunkt, bei dem
uns aufgrund der vielen kleinen sichtbaren Felsen über und auch unter Wasser
für den nächsten Tag etwas unwohl wird. Doch die schöne Urlaubsstimmung der
Skandinavier überträgt sich auch auf uns. Abends sitzen wir mit unseren
Freunden noch lange im Cockpit. Um Mitternacht ist es noch erstaunlich hell.
Die weißen Häuser am gegenüberliegenden Ufer strahlen immer noch ganz klar.
Doch wir müssen schlafen für den nächsten Tag unseres Zieles Stavern in
Norwegen.
Um 7.00 Uhr scheint schon die Sonne durch die Fenster und motiviert zum
schnellen Aufstehen. Trotzdem ruhiges und ausgiebiges Frühstück im Cockpit.
Mit 3 Bf. später zunehmend 5 Bf. aus SSW haben wir eine ausgezeichnete
Überfahrt mit anliegendem Kurs bis Stavern vor Larvik. Entgegen den
Stromkarten haben wir bis zu 1,5 kn Strom. Bei unserer Annäherung an die
Schäreneinfahrten und jetzt bei auflandigem Wind verursacht die für uns
ungewohnte lange und hohe Dünung zunächst etwas aufmerksame Skepsis. Doch
bei weiterer Annäherung löst sich manche Unklarheit. Also: hinfahren und
ansehen. Innen tut sich ein schöner Hafen auf, der jedoch bei südlichen
Winden in Teilbereichen unruhig ist.
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Die Kosterinseln |
Zunächst
wird im ICA-Markt unser Proviant ergänzt. Die Ware ist gut jedoch teuer.
Abends wandern wir durch den Ort, essen eine Fischsuppe im Restaurantzelt am
Hafen für DM 35,-- je Person, ein Glas Bier DM 11,50 und ein Glas Wein DM
17,50.
Sicherlich auf Grund des Ölvorkommens ist für uns das Preisniveau in
Norwegen sehr hoch. Nur Bootsdiesel bekommen wir für DM 1,50 je Liter,
jedoch an der Autotankstelle kostet Diesel DM 2,60 und Benzin DM 3,--. Wir
bleiben zunächst in Stavern, besichtigen die alten Militäranlagen und eine
Präsentation der Fahrzeuge und Schiffe aus früheren Zeiten. Wir erklimmen
das norwegische Nationaldenkmal an die gefallenen Seeleute beider
Weltkriege. Von hier bietet sich ein herrlicher Rundblick über die
vorgelagerten Schären. Bei diesem schönen Wetter sind bis spät abends die
Straßen und Cafés bevölkert. Die Norweger genießen den Sommer intensiver als
wir. Es herrscht südländische Stimmung mit Musik in den Straßen und aus
vielen Ecken. Wir gehen wieder erst nach Mitternacht schlafen. Es ist noch
relativ hell.
Heute geht es nach Kragerö. Der Wind oder besser unser Wind richtet sich wie
an vielen Tagen unserer Reise nicht nach dem gut empfangenen Wetterbericht
aus Deutschland für das Skagerrak, sondern weht wesentlich schwächer
zunächst aus N-NE und dreht dann im Laufe des Tages mit der Sonne auf SW mit
3 Bf. Unsere Fahrt durch den Langarsund ist interessant und überwältigend
zugleich besonders bei diesem ruhigen und schönen Wetter. Die Schären in
Südnorwegen sind im Gegensatz zu den äußeren Schären Westschwedens stark
bewaldet und somit viel lieblicher. Wir tragen während der Fahrt
Badekleidung, im Salon sind 25 Grad.
Kragerö bei diesem Wetter ist für uns wie Sylt und wie im Mittelmeer
zugleich. Es herrschst im gesamten Ort eine traumhafte südliche Stimmung.
Nur die Preise sind norwegisch. Eine zwar sehr große Pizza im rustikalen,
jedoch stimmungsvollen Restaurant mit Musik kostet immerhin DM 45,--
zuzüglich Getränke. Wir genießen die Atmosphäre und haben selbst eine
spitzenmäßige Bordküche. Eine große Anzahl kleinerer offener Motorboote mit
relativ starken Außenbordmotoren von den vielen Sommerhäusern in den Schären
laufen den Ort an, um sich zu bevorraten und ein Schwätzen im Außencafé und
Supermarkt zu führen.
Die weitere Tour geht durch die Innenschären und auch Außenfahrwasser mit
relativ hoher Dünung nach Risör. Der deutsche Wetterbericht fürs Skagerrak
meldet SW-W 5 Bf. Hier an der Südküste weht der Wind glücklicherweise wieder
schwächer aus anderen Richtungen bzw. aus der Sonne.Risörs weißgekalkter
Aussichtspunkt (Risörflecken) Urheia ist als altes Seezeichen auch heute
noch bereits in
12 sm Entfernung auszumachen. |
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Die Quintessa in Risör,
Norwegen |
Risör ist wieder ein schöner
und lebendiger kleiner Ort. Er gehört zu den sogenannten 5 weißen Orten
Norwegens, da die Häuser alle weiß gestrichen sind.
Für den neuen Tag verkündet der deutsche Wetterdienst fürs Skagerrak bzw.
Utsira NW 7 und Navtex aus Norwegen NW 6. Doch uns bleibt glücklicherweise
der schwache Wind erhalten, wenn auch zunächst aus NW, dann SW und später in
den Schären SE. Wir erreichen die 13.000 Einwohner zählende Stadt Arendal.
Auch hier gefällt uns ausgezeichnet, so dass wir wieder einige Tage
verweilen wollen. Zunächst wird ausgiebig ausgeschlafen. Dann die
Verabschiedung unserer Freunde. Sie wollen weiter nach Westnorwegens, um
dort Fjorde aufzusuchen. Ihre Rückkehr ist erst für September geplant.
Wir haben einen schönen Liegeplatz vor dem weißen zweitgrößten norwegischen
aus Holz gebauten mehrstöckigem Rathaus. Es ist schon beachtenswert, welch
große Gebäude hier ganz aus Holz, also dem Material der Region, gebaut
wurden. Bei strahlendem Sonnenschein geht es durch die Stadt. Wir bummeln,
genießen und kaufen ein. Auch diese Stadt ist fröhlich belebt. Die Menschen
genießen den Sommer. Die Außenrestaurants und Cafés sind belegt. In den
Straßen musizieren Gruppen junger Menschen freudig und locker nur so zum
Spaß vom Jazz bis zum Walzer. Andere zeigen Turnübungen und viele Leute
sitzen in den Außenanlagen und genießen einfach nur die Sonne und Stimmung.
Fischerboote kochen und verkaufen leckere Taschenkrebse. Nach einer
Wanderung auf den nahe gelegenen Berg genießen wir einfach die Ruhe, den
sonnigen Tag und den weiten Blick über die Schären mit den weit verstreuten
hell leuchtenden Sommerhäusern bis ins Skagerrak.
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Da
wir im August wieder in der Schlei sein möchten und auch die leicht
veränderte Rücktour in Ruhe genießen wollen, geht es wieder ostwärts. Wir
suchen wieder bekannte und auch neue Plätze auf. So bleiben wir ausgiebig in
Kragerö, bis wir später über Stavern wieder die schwedischen Koster-Inseln
erreichen, weil es uns dort so gut gefallen hat. Hier treffen wir mehr Boote
aus Norwegen als aus Schweden. |
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Schöne
Norwegerinnen in Stavern |
Dänische und deutsche Segler sind weit
seltener anzutreffen. Zwischenzeitlich macht sich in allen Häfen bemerkbar,
dass wir uns in der Hauptferienzeit befinden. Es ist voller geworden. Doch
irgendwo finden wir immer noch einen Liegeplatz, wobei sich Hannes
fließendes Schwedisch positiv bemerkbar macht.
Wir verlassen die gastlichen Koster-Inseln und laufen in Richtung Grebbestad.
Heute ist es kühler. Der anfänglich gute nördliche Segelwind wechselt beim
Einlaufen in die kahlen westschwedischen Schären auf SW und frischt auf. An
den seewärts freien Stellen pfeift es zwischenzeitlich mit 22 Knoten und
eine für uns gewaltige Dünung lässt das Boot tanzen. An den nur flach unter
dem Wasser liegenden Rockies schäumen die Wellen bedrohlich. Jetzt ist es
wichtig zu wissen, wo man ist und wo der ungefährliche Weg ist. Doch bald
sind wir wieder in der Abdeckung. Im Gegensatz zu unserer Hintour treffen
wir jetzt viele Segler und Motorboote, häufig mehr Norweger als heimische
Schweden. Auch begegnen wir ein Boot aus dem MiYC, und zwar die Trixieben.
Grebbestad empfängt uns mit Sonne. Der Hafen ist urlaubsbedingt sehr voll,
doch ein Platz ist irgendwo immer noch zu haben. Nahezu alle Segler sind
sehr hilfs- und kompromißbereit. Der Ort versucht, mehr Touristen anzuziehen
und baut dazu nach dem Vorbild von Smögen am Wasser Zeilen von Holzhäusern
auf mit Restaurants, Boutiquen etc.
Uns zieht es bald wieder in die ruhigeren Schären und später nochmals nach
Fjällbacka. Wir genießen den Ort und die offenen rustikalen Cafés und
Restaurants am Wasser, lassen einige Maschinen Wäsche waschen und trocknen
und sitzen abends lange in unserem Cockpit mit norwegischem Geit Ost (Käse),
italienischem Wein und Blick auf die weißen Häuser vor der Felswand. In der
Ferne sehen wir ein Tief oder zumindest eine dunkle Wand in Richtung Süden
ziehen und haben somit Angst, bei weiterer Fahrt nach Süden ins schlechte
Wetter zu geraten. Ein Gespräch übers Handy mit unsere Freunden Claus &
Maren, die gerade Urlaub haben und im heimischen Schleimünde liegen,
signalisiert nur schlechtes norddeutsches Wetter. Jedoch auch wir bekommen
nachts noch unseren Regen von einem Tief über Südnorwegen.
Wir beschließen, trotz Warnung wegen urlaubsbedingter Überfüllung und
Unruhe, Smögen anzulaufen. Bereits gegen 14.30 Uhr erreichen wir den
schmalen Hafenschlauch und finden noch einige freie Plätze vor am Mittelsteg
mit Heckanker. Somit haben wir die Promeniermeile zur Ansicht direkt vor
uns, jedoch nicht die vielen landseitigen Touristen. Die Sonne hat sich
leider versteckt, doch es ist trocken und auch wir bummeln mit den übrigen
Touristen durch die vielen kleinen Geschäfte und Restaurants in den
ehemaligen hübschen farbigen Fischerhäuschen. Wir erstehen am Fischpier
frischen weißen Heilbutt, Gemüse und eine deutsche Zeitung, um wieder an
Bord zu schwelgen mit Wein und nordischer Musik von Grieg.
Unser nächstes Ziel ist die NAJAD-Werft in Henan auf Orust. Es geht wieder
vorbei an Lysekil und dann durch den engen Getevikssung. Die Brücke bei
Källviken ist nur 16 oder mit Toleranz 16,8 m hoch. Zusätzlich scheint der
Wasserstand heute niedriger zu sein, so dass wir mit unseren Antennen
problemlos durchkommen. Wir werden mit einer wunderschönen, wenn auch z. T.
engen Durchfahrt, belohnt.
Der Hafen des kleinen Ortes Henan liegt Abseits der Hauptrouten und bietet
somit auch in der Hauptsaison noch reichlich Liegemöglichkeiten. Ein
Rundgang, Einkauf und ein Cappuccino in der wiedererwachten Sonne bildet den
Abschluss, bevor wir wieder unser gemütliches Boot mit Hannes
ausgezeichneter Küche aufsuchen.
Wir segeln östlich um Orust, suchen ruhige Plätze zum Übernachten auf und
gelangen wieder zu unserem geliebten Marstrand. Hier tobt zwischenzeitlich
das Leben der Hauptsaison. Trotzdem finden wir die Atmosphäre einfach toll
und verweilen noch einen zusätzlichen Tag.
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Danach
geht es weiter südwärts bis auf die Göteborg weit außen vorgelagerte
Schäreninsel Fotö. Ich habe sehr sorgfältig viele Waypoint in den GPS
eingegeben, um uns problemlos dort hinzubringen. Nach Erreichen des letzten
Waypoints stehen wir vor einer Felswand und sehen keinen kleinen Hafen.
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Schwedisches Fotö, von hier nach Läsö |
Ein
nochmaliger Vergleich der eingegebenen Koordinaten bestätigt die
Richtigkeit. Jetzt entdecke ich auf einem Felsen ein abgeknicktes
Ansteuerungsdreieck und darunter ein weiteres nur auf dem Fels in weiß
gezeichnetes Gegendreieck. Ganz vorsichtig nehme ich diese in Peilung,
Backbord und Steuerbord dicht vorbei an etwas aus dem Wasser ragenden
Steinen. Jetzt an der Ecke öffnet sich nach einem grünen im Wasser
verankerten Fender, den wir natürlich Steuerbord lassen, das Hafenbecken.
Dort treffen wir eine kleinere deutsche und schwedische Yacht und natürlich
einheimische Festlieger. Es ist wieder sehr warm und wir wandern über die
Felsen mit herrlichem Weitblick und silberglänzendem Meer.
Unser nächstes Ziel ist Osterby auf Laesö im nördlichen Kattegat. Wir
motoren vorsichtig aus den engen Schären, sehen in der Ferne weiter im Süden
die alte Lotzeninsel Vinga und können bei leichten Winden aus W mit 220 Grad
gut anliegen. Später kommt fairerweise die Sonne wieder durch, der Wind
dreht etwas auf NW-NNW mit 3-4 Bf. Somit haben wir eine herrliche Überfahrt
nach Dänemark, unser Autopilot steht auf Zielfahrt und wir faulenzen und
beobachten nur die Fähren und Fischkutter in der Ferne.
Laesö ist erwartungsgemäß von deutschen und schwedischen Booten gut besucht,
doch weiter hinten im Yachthafen findet sich noch eine Lücke für uns. Es ist
schön heiß. Wir bestücken sofort einen Picknickkorb und gehen mit Badezeug
zum direkt neben dem Hafen befindlichen wunderbaren weißen Badestrand mit
kleinen Dünen und Heidelandschaft im Hintergrund. Auf den ersten 200 m
herrscht reger Badebetrieb, danach wir es schnell wunderbar einsam. Wir
wandern lange am Wasser entlang. Ein wunderschöner Tag geht zu Ende. Das
Badesalz wird am Steg mit dem Wasserschlauch abgespült. Wir bleiben noch
einige Tage und genießen den sonnigen Badeurlaub. Eike beschafft wie häufig
frischen Fisch direkt vom Kutter, heute gibt es wieder Steinbutt, den Hanne
in Weißweinsud mit Dill und anderen geheimnisvollen Zutaten exzellent
zubereitet. Sie übertrifft weit das leider eher unterdurchschnittliche Essen
der dänischen Restaurants.
Es ist bereits Ende Juli und wir wollen weiter südwärts. Da der heutige Tag
ohnehin grau zu werden scheint, fällt der Abschied nicht so schwer. Wir
segeln bei 3 Bf. aus NNE nördlich Laesö Richtung W, doch aufgrund des bald
achterlichen schwachen Windes und der Dünung schlagen die Segel nur, so das
wir zum Motoren übergehen. Regen setzt ein, doch unser Johann (Autopilot)
verrichtet seine Arbeit sehr gut und wir können geschützt unter dem
Sprayhood sitzen. Unser Ziel ist Saeby auf Nordjütland. Im regnerischen
Dunst kreuzt ein kleiner Schlepper unsere Richtung. In weitem Abstand folgt
ein Arbeitsschiff. Wir beobachten diese Schiffe skeptisch und meinen, dass
zwischen beiden etwas sein könnte. Vorsichtshalber rufe ich auf UKW-Kanal
16, der bei uns während der Fahrt auch immer eingeschaltet ist, auf englisch
das Arbeitsschiff westlich Saeby an und bekomme auch sogleich Kontakt. Auf
meine Frage wird mir mitgeteilt, dass zwischen beiden Fahrzeugen sich eine
1200m lange Pipeline befindet, die geschleppt wird. Ich drücke mein
Erstaunen über die geringen Sicherheitsmaßnahmen aus und den Hinweis, dass
es doch besser gewesen wäre, mich als einziges Boot in der Nähe anzurufen.
Wir runden das Arbeitsboot am Heck und erreichen danach wohlbehalten Saeby.
In den nächsten Tagen geht es weiter über Öster-Hurup und Grenaa nach
Ebeltoft. Dort, in dem von uns immer wieder geliebten mit Touristen
gefüllten romantischen Ort, versorgen wir uns wieder mit kiloweise Kerzen
für die irgendwann bevorstehende Wintersaison in Hamburg und decken uns auch
wieder mit köstlichen Meeresprodukten ein.
Wir bleiben noch einen weiteren Tag in Ebeltoft und segeln dann nach
Juelsminde, in den nächsten Tagen weiter in den kleinen Belt zur Insel Aarö.
Es ist wieder herrliches Wetter, wir bleiben dort einen Tag länger und
wandern viel.
Nun kommen wir der Heimat wieder näher und der Hang zum Heimathafen wächst.
Wir übernachten noch einmal in Schleimünde, um dann am nächsten Tag in Ruhe
unser Heimatrevier, die Schlei, bis Missunde genießen zu können.
Die rund 7 Wochen waren eine schöne Zeit, auch unter Berücksichtigung, dass
wir in Westschweden und Südnorwegen wesentlich besseres Wetter hatten als
hier in Süddänemark und Norddeutschland.
Mein ganz besonderer Dank an meine Frau Hanne, dass sie alles so liebevoll
mitgemacht und uns eine hervorragende Bordverpflegung gezaubert hat.
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Abend in Ebeltoft |
Ergänzende TÖRN-INFOS:
Unser Boot - eine NAJAD 360 - segeln wir zu zweit, mit meiner lieben Frau
Hanne. Zum leichteren Handling haben wir ein Bugstrahlruder und segeln nur
mit der kleineren Rollfock. Für günstige leichte Winde dient ein flach
geschnittener Blister. Das Großsegel ist durchgelattet und fällt problemlos
in Lazyjacks.
Als Navigationshilfe hat GPS durch die jetzt erhöhte Genauigkeit besonders
in engen Schärengewässern an Bedeutung gewonnen. Ob man die Navigation in
den Schären als anspruchsvollen betrachten soll ist natürlich
Ermessenssache. Wichtig ist auf jeden Fall immer zu wissen, wo man sich
befindet und in welche Richtung es weitergehen soll. Dazu ist eine laufende
Verfolgung und ggf. auch Markierung auf den Karten wichtig. Ergänzend habe
ich vorher an markanten Stellen Waypoints gesetzt und mit der Nummer in den
Karten vermerkt. Somit war mittels GPS die Richtung und Entfernung immer
verfügbar.
Die deutschen Sportbootkarten sind für uns Segler die besten und sind auch
für die dänischen Gewässer vorhanden. Die entsprechenden schwedischen Karten
sind auch sehr gut im Detail, nur umständlich in der Handhabung. Die
norwegischen Sportbootkarten - auch wenn der Maßstab 1:50.000 gut ist - sind
zu klein im Ausschnitt, unübersichtlich und mit sehr vielen Tiefenangaben
übersät, die uns überhaupt nicht interessieren. Darum sollte man eine Lupe
benutzen, um die kleinen Tonnenmerkmale überhaupt zu finden. Etwas besser
sind die amtlichen deutschen Seekarten im Maßstab 1:50.000, die jedoch nicht
an den Standard der deutschen Sportbootkarten herankommen (z.B. farbige
Tiefenlinien bei 20 m etc).
Das Hafenhandbuch der Kreuzerabteilung des DSV ist nur begrenzt zu
empfehlen. Für Westschweden haben uns die Bücher Küstenhandbücher Schweden 1
u. 2 sowie Naturhäfen und Ankerplätze Westschweden von Gerti & Harm Claußen
sehr gut gefallen. Ergänzend kann man die in den schwedischen Touristenbüros
kostenlos abgegebenen Hefte "Gästhamns Guiden" gut verwenden. Speziell für
das Aufsuchen von Ankerplätzen in den Schären benutzen wir den schwedischen
Band "Naturhäfen aus der Luft" mit eingezeichneten Routen, Tiefen und Anker-
bzw. Festmacherplätzen.
Für Norwegen gibt es einen ähnlichen Band, und zwar "Havnebok Sörlandkysten".
Als Hafenhandbuch für Norwegen hat uns das Buch der norwegischen
Seenotrettung (Redningsselskapet) "Ferie & Fritids-Havner" gut geholfen.
Ebenso sind die entsprechende Bände der "Den Norske Los" zu empfehlen.
Für die Wettervorhersagen haben wir den kleinen Wetterdekoder Target 147 mit
Aktivantenne am Heckkorb. Somit hatten wir auf den ganzen Reise
einwandfreien Empfang des Pinneberger Senders. Weiterhin haben wir den
Navtex-Empfänger meistens auf Norwegen eingestellt, um auch Wetter- und
Warnmeldungen zu empfangen. Ergänzend ist es jedoch ratsam, auch die
Berichte auf den UKW-Arbeitskanälen der Küstenfunkstellen und ggf. lokale
Rundfunksender abzuhören.
Die Vorhersagen für Teilgebiete können erheblich von den Vorhersagen wie z.
B. fürs Skagerrak abweichen. Gerade bei stabilen Schönwetterlagen spielen in
Landnähe die See- bzw. Landwinde z. T. eine übergeordnete Rolle. Zum
Nachschlagen bzw. Suchen der Kanäle und Frequenzen sollte man das Heft
"Yachtfunkdienst Nord- und Ostsee" benutzen. Auch die örtlichen
UKW-Rundfunksender geben sehr gute örtliche Seewetterberichte in
Landessprache. Dabei war für mich komfortabel, dass Hanne schwedisch spricht
und somit auch insgesamt skandinavisch sehr gut versteht.
Kommunikation mit Deutschland ist in ganz Skandinavien über die
Mobilfunknetze problemlos. Wir haben unser Handy inkl. Stromversorgung
mittels einer Weiche über die UKW-Mastantenne immer angeschlossen. Ebenso
haben wir den heimischen Festnetzanschluß aufs Bordtelefon weitergeleitet.
Das Preisgefüge in Skandinavien ist für uns vergleichsweise hoch. Wir
empfanden, dass die Durchschnittspreise in Dänemark um ein Drittel, in
Schweden gut um die Hälfte und in Norwegen mehr als Doppelte betragen. Das
Hafengeld steigt mit zunehmender nördlicher Breite und beläuft sich in
Norwegen auf DM 45 - 60.