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…die Wasseroberfläche verrät die Windstärke!

  I 14 Worlds 2011- Windstrom- Sailing goes international!

Vom dritten bis zum 18. September nahm das Team „Windstrom Service SH“, bestehend aus Per Blohm und Henning Uck vom MiYC an den 14 footer Weltmeisterschaften im englischen Weymouth teil.

Nach einer 19-Stunden Hinfahrt, 1250 Kilometern und einer Fähre die wir „just in time“ bekommen hatten, erreichten wir unser Ziel mitten in der Nacht und genossen es, völlig ohne Zelt-Aufbauen in die Betten unseres Ferienhauses zu fallen. Den nächsten Tag verbrachten wir dann nach einem ausgiebigen Frühstück damit, unser Boot aufzubauen und es gleich vermessen zu lassen. Als die das Prozedere schließlich hinter uns hatten überlegten wir, ob wir noch segeln gehen sollten. Wir entschieden, dass es zu spät sei und kontrollierten lieber noch mal das Material- angesichts der Windentwicklung in den nächsten Tagen eine Fehlentscheidung!

Am Montag und Dienstag war eigentlich die WM im 14 footer- Teamrace geplant. Auf der Hafenmole wurden über 30 Knoten gemessen was schnell zur Entscheidung der Jury führte: Startverschiebung auf den nächsten Tag. Wir nutzten den Tag und begannen abermals unser Material zu kontrollieren und sogar zu laminieren- an Zeit fehlte es uns nicht. Auch nutzten wir die Zeit für eine kleine Sightseeing Tour nach Portland, die Halbinsel südlich von Weymouth.

Leider besserte sich die Wetterlage auch an den darauffolgenden Tage nicht sonderlich: Sowohl die für Dienstag geplanten Teamraces, als auch das Practice Race am Mittwoch fielen den Ausläufern eines amerikanischen Hurrikans zum Opfer. Diese bescherten uns Winde bis zu 50 Knoten und mehr, was dafür sorgte, dass wir die meiste Energie in die Sicherung der Boote investierten. Am Donnerstag schließlich gab es einen Lichtblick und bei guten 20 Knoten wurden wir aufs Wasser geschickt. Bei all der Freude darüber, endlich einmal segeln zu gehen merkten wir kaum, dass der Wind wieder zunahm. Zwar hatten wir durchaus Arbeit damit, unser Boot zu kontrollieren aber als wir an der Startlinie ankamen wurde klar, dass es nicht nur uns so ging: magere 25 Boote der 71 Teilnehmer hatten es überhaupt bis hier geschafft -> Startabbruch und –Verschiebung an Land! Wenigstens hatten wir schon einmal ein kurzes Training gehabt und waren nun zuversichtlich bei dem weiterhin stark angesagten Wind punkten zu können.
Am Freitag dann wurden tatsächlich die ersten Rennen gesegelt in der Weymouth Bay.

Die Bedingungen waren mit 10- 15 Knoten nicht ganz nach unserem Geschmack, dennoch konnten wir für unsere Verhältnisse recht gut mithalten und lagen am Abend auf dem 45. Rang. Schon jetzt zeichnete sich ab, dass wir vor allen an den Starts gewinnen konnten (und das obwohl wir irritiert feststellen mussten, dass die Linie schon bei 3 Minuten völlig besetzt war), allerdings fehlt uns der Speed, vor allem Downwind. Probleme, die wir gerne am Samstag beim legendären Prince of Wales Cup, der britischen Meisterschaft, die in das WM-Programm integriert wurde, gelöst hätten, wenn nicht der nächste Ausläufer irgendeines Sturmtiefes über England hinweg gezogen wäre und das Regattasegeln unmöglich gemacht hätte. An diesem Tag entschieden wir uns immerhin noch zu einer Rebellion und gingen mit einigen anderen Teams segeln. So hatten wir einen netten eineinhalbstündigen Ritt, den wir auch in einem Video festhielten.

Die nächsten Tage? Um es kurz zu machen: Bis einschließlich Dienstag wurden wir Tag für Tag mit weißen Schaumkämmen und fliegenden Booten im Hafen empfangen und hatten keinerlei Gelegenheit segeln zu gehen. Wir überarbeiteten das gesamte Boot, liehen Surfmaterial, um nur irgendwie aufs Wasser zu kommen oder besuchten die Innenstadt von Weymouth. Bezeichnend war, dass mit jedem Tag, an dem nicht gesegelt werden konnte, mehr der „alte Hasen“ und schlussendlich sogar die Wettfahrtleitung beteuerten, so etwas noch nicht erlebt zu haben. Damit dürfte diese Weltmeisterschaft als eine der Regatten mit den wenigsten Segeltagen in die Historie eingehen.

Die letzten drei Tage der WM sollten es dann aber noch mal in sich haben. Nachdem sämtliche Sturmtiefs abgezogen waren, gab es eine Wetterlage mit leichten Winden, die uns, die wir auf Starkwind eingestellt waren, gar nicht bekam. Das erste Rennen am Mittwoch versprach zwar noch unter guten Bedingungen gesegelt werden zu können, doch leider verabschiedete sich schon auf dem ersten Gennackergang unser Block für den Gennacker. Sämtliche Reparaturversuche auf dem Wasser scheiterten, sodass wir schließlich aufgeben mussten. Die gesammelte Aggression im zweiten Rennen in Platzierungen umzuwandeln gelang dann auch nicht mehr- der Wind hatte schon stark nachgelassen. Am Donnerstag gab es dann das erste Mal eine Startverschiebung an Land… aufgrund von Leichtwind! Nach einigen Stunden konnten wir dann doch noch raus und segelten abermals zwei Wettfahrten in der Weymouth Bay. Mit Platzierungen in den 50ern waren wir nicht zufrieden, doch alle Versuche das Boot schneller zu machen führten zu keiner Verbesserung. So konnten wir uns leider nur über unsere sehr gelungenen Starts- beide unter Black Flag- und die jeweiligen ersten Kreuzen freuen. Die Platzierungen an der ersten Luvtonne sahen immer vielversprechend aus, doch mit jedem Schlag mussten wir mehr Boote ziehen lassen.
 
Freitag schließlich ging es ins Finale, welches ebenfalls in Leichtwindbedingungen entscheiden werden sollte. Die Flotte konnte sich nach so vielen Tagen an Land gar nicht zurückhalten, weshalb es auch heute in beiden Wettfahrten Massenrückrufe und anschließende Starts unter Black Flag gab. Der erste dieser beiden Starts gelang uns auch wieder haarscharf aber mit einer halben Bootslänge Vorsprung zum Feld. Auch hier wiederholte sich die Geschichte der letzten Tage: Bis zu Luvtonne Euphorie, danach zurück auf den Boden der Tatsachen. Im zweiten Start dann wollte das Boot wirklich zu früh los und wir hatten das Gefühl, durchaus eine Bootslänge über der Linie gewesen zu sein- nichtsdestotrotz kämpften wir und hatten wohl eine der spannendsten und anstrengendsten Wettfahrten der WM: Bis zum Schluss war der Ausgang ungewiss und im jetzt wieder auffrischenden Wind kämpften wir noch auf der Ziellinie mit 5 anderen Booten um eine Platzierung in den mittleren 40ern. Ernüchternd ist es dann, wenn das Gefühl richtig war und man einen Frühstart unter Black Flag gefahren hat- Disqualifikation. Zitat von unseren deutschen Teamkollegen:“Jeder zehnte Start muss ein Frühstart sein- und ihr wart ja auch überfällig!“

Insgesamt damit keine Schöne Serie: Von sieben Rennen mussten wir zwei aufgeben aufgrund von Materialproblemen oder schlechter Startmoral. In den weiteren 5 Rennen konnten wir zwar sehr gut starten und auch auf den Kreuzen einigermaßen mithalten, besonders Downwind fehlte uns aber noch sehr am nötigen Speed. Trotzdem haben wir unglaublich viele Erfahrungen gesammelt und gelernt, wie es sich anfühlt in einem solchen Feld zu segeln. Weymouth zeigte sich als toller Gastgeber und als großartiges Segelrevier (die Wetterlage, die uns zu so einer kleinen Serie verdammte, hätte wohl weltweit auftreten können). Verständlich, dass hier die Olympischen Segelwettkämpfe 2012 ausgetragen werden!

Wir bedanken uns bei unseren Unterstützern, die uns ermöglicht haben, die finanziellen Seiten dieser Reise zu stemmen: Unseren Eltern, den Mitgliedern des Missunder Yacht Clubs für ihre großartige Spendenbereitschaft und dem SSC für die Übernahme des Meldegeldes!

                                                                            Henning und Per, GER 23

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